Ratgeber: Der Koiteich

Farbenfrohe Exoten im eigenen Garten

Ein edles und zugleich farbenfroh wirkendes Gewässer ist der Koiteich.  Kois stammen aus Japan und gelten als Juwele des Wassers. Jeder einzelne Karpfen hat eine individuelle und einzigartige Farbzeichnung. Die possierlichen Tierchen lieben die Gesellschaft anderer Kois und sollten keinesfalls alleine gehalten werden. Sie fühlen sich in Gruppen ab mindestens 10 bis 20 Karpfen wohl. Dazu kommt, dass Kois bis zu 100 cm lang und bis zu 5 kg schwer werden. Dementsprechend groß muss der Koiteich angelegt sein. Ideal ist es, wenn pro Koi 5.000 Liter Wasser zur Verfügung stehen. Da die japanischen Karpfen bis zu 60 Jahre alt werden können, ist ein Koiteich ein Vorhaben, an dem Sie sich lange erfreuen können.

Die Dimensionen eines Koiteichs

Neben dem Wasservolumen spielen auch weitere Maße eine Rolle. Die Wassertiefe sollte 200 cm betragen. Wenn die Seitenwände sehr senkrecht angelegt wurden, erhöht sich die Schwimmfläche. Je nachdem welche Dimensionen der Koiteich letztlich einnehmen soll, wird eine Baugenehmigung nötig. Halten Sie auch die erforderlichen Mindestabstände zu Straßen und Nachbargrundstücke ein, damit alles reibungslos klappt. Zudem sollten derart große sowie tiefe Teiche gut abgesichert werden, damit Kinder, Tiere oder andere Lebewesen nicht in das Gewässer stürzen können.

Der richtige Standort

Um den passenden Standort für den Koiteich zu finden, sollten einige Kriterien bedacht werden. Zunächst ist die Größe ein wichtiger Faktor. Der nötige Platz muss vorhanden sein. Zudem sollte der Standort schattige sowie sonnige Bereiche bieten. Bäume im direkten Umfeld erhöhen den Arbeitsaufwand, da beispielsweise abfallendes Laub regelmäßig aus dem Wasser entfernt werden muss. Der Teich sollte von jeder Seite zugänglich sein und die nötigen Mindestabstände zu anderen Grundstücken einhalten. Wenn der Teich an die Terrasse anschließen soll, muss zwischen Stromanschluss und Gewässer ein Abstand von mindestens 3 Metern eingehalten werden.

Auf die Technik kommt es an

Bei einem Schwarm Kois braucht es einen geeigneten Filter. Dieser sollte auf zwei Ebenen arbeiten, um einerseits Abfallstoffe mechanisch aus dem Wasser zu filtern und andererseits müssen giftige Abfallstoffe mittels biologischem Filter (Bakterien) umgewandelt werden. Denn im Teich entsteht giftiges Ammoniak, welches durch Bakterien erst in Nitrit und schließlich in ungiftiges Nitrat verarbeitet wird. Beide Filter benötigen ihren festen Platz und sollten bei der Teichplanung bedacht werden. Neben dem Filter benötigen Sie auch eine Teichpumpe, die das Wasser fördert. Die Pumpe speist zum einen den Filter und sorgt zum anderen für eine kontinuierliche Zirkulation des Wassers. Damit wird die Wasserqualität rundum verbessert. Zwar baut das Filtersystem bereits im Wasser gelöste Schadstoffe sowie andere Schwebstoffe ab, jedoch empfiehlt sich zusätzlich ein UVC-Gerät. Durch den UVC-Klärer werden die pathogenen Keime und die Keimzahl der Abwasserbakterien niedrig gehalten.

Gute Wasserqualität für Kois

Eine hohe Wasserqualität fördert die Gesundheit von Kois, lässt sie besser wachsen und agiler sein.  Verunreinigtes Wasser würde die Karpfen schlicht belasten. Beim Koiteich sollte der Sauerstoffgehalt konstant im Blick gehalten werden. Denn Sauerstoff ist lebenswichtig und kann durch Temperatur, Fischbesatz, Bepflanzung und tierischer Verdauung schwanken. Ein weiterer elementarer Faktor ist der pH-Wert des Wassers. Dieser sollte bei 7 liegen. Maximal ist ein pH-Wert von 6,5 bis 8 tolerierbar. Am besten wird der pH-Wert mittags gemessen, da er zu dieser Zeit seinen Höchststand hat. Zudem ist die Karbonathärte sowie die Gesamthärte des Wassers wichtig. Die Karbonathärte stabilisiert den pH-Wert und liegt idealerweise zwischen 6° bis 8° dH. Die Gesamthärte sollte zwischen 10° und 15° dh liegen, da die japanischen Karpfen eher hartes Wasser bevorzugen. Letztlich sollte auch regelmäßig die Konzentration von Ammonium, Ammoniak und Phosphat kontrolliert werden. Hierfür eignt sich zum Beispiel ein Multi Testkit für Teichwasser.

Ein Hauch von Japan

Damit der Koiteich harmonisch wirkt, darf die passende Bepflanzung und Dekoration nicht fehlen. Dies gilt nicht nur im Teich, sondern auch außerhalb. Innerhalb des Gewässers eignen sich u.a. Rohrkolben, Seerosen, Hornblatt und andere robuste Pflanzen. Diese Eigenschaft ist wichtig, da Kois gerne knabbern. Eine gute Methode sind sogenannte Schwimminseln. Das sind schwimmende Pflanzbereiche, auf denen sich Sumpfpflanzen wohlfühlen, die normal im Flachwasserbereich wachsen würden. Die Inseln bieten den Kois Schutz, können zum Ablaichen und Knabbern genutzt werden. Rund um den Teich kann eine Vielzahl an Pflanzen gesetzt werden: Roter Ahorn, Rhododendron, Azalee, Kiefer, Schilf, verschiedene Gräser und Bambus (mit Rhizomsperre). Nicht nur die Bepflanzung sorgt für die japanische Optik, sondern auch Kies, Steinplatten, Findlinge, Steinlaternen, Löwenwächter, Sitzbänke und Brücken. Bei der Gestaltung sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt.