Einen Gartenteich anlegen

Hier erfahren Sie: So wird’s gemacht

Ein Gartenteich gilt für viele Gartenbesitzer als ultimative Wohlfühloase. Dort tummeln sich farbenfrohe Fische, beeindruckende Insekten, exotische Blüten, feinfiedrige Gräser und je nach Geschmack plätschern Springbrunnen oder Fontänen. Dieser Ausblick lädt zum Genießen und Entspannen ein. Wer sich den Traum vom eigenen Gartenteich erfüllen möchte, kann dies auch in Eigenregie hinbekommen. Wir verraten, welche Schritte zum Anlegen eines Folienteichs gehören.

Hinweis: Ein Teich aus Folie lohnt sich ab einer Fläche von 5 m². Ist Ihr Traum vom Gartenteich kleiner, empfiehlt sich eine Teichwanne. Diese hat eine vorgefertigte Form und wird in den Boden eingelassen. Alles, was größer als 5 m² sein soll und eine individuelle Form bekommen soll, ist mit einem Folienteich besser aufgehoben.

Nichts geht über gute Planung!

Für all diejenigen, die einen eigenen Folienteich anlegen wollen, steht die Planung an erster Stelle. Hierzu gehört die Ermittlung des bestens Standorts. Also: Wo soll der Gartenteich hin? Ideal ist ein Standort im Halbschatten. Mit einer Sonneneinstrahlung von 6 Stunden täglich, geht es den Teichpflanzen richtig gut. Der Standort sollte so gewählt sein, dass der Teich zu jeder Zeit zugänglich ist. Liegt der Teich zu nah am Nachbarsgrundstück, zu nah am eigenen Gartenzaun oder eben so, dass der Teich unzugänglich ist, dann ist der Platz nicht geeignet. Zudem sollte darauf geachtet werden, dass der Teich nicht direkt unter Bäumen steht. Ansonsten wird die Wasseroberfläche im Herbst vom abfallenden Laub bedeckt und es entsteht jede Menge Arbeit für Sie. Immerhin muss das Laub aus dem Wasser geholt werden. Alternativ kann ein Laubschutznetz angebracht werden. Dann dürfen auch Bäume in der Nähe des Gartenteichs stehen.

Haben Sie einen Platz für den Folienteich gefunden? Dann können nun Form und Maße festgelegt werden. Damit Sie sich die Ausmaße besser vorstellen können, kann mit einem Gartenschlauch die Kontur des Teichs gelegt werden. Beim Gartenteich herrscht das Motto: Je größer, desto besser. Nicht nur, dass größere Gewässer natürlicher wirken, sondern in großen Teichen stellt sich auch leichter ein ökologisches Gleichgewicht ein.

Wenn alles passt, beginnt die Markierung. Mit einem Spaten wird die Kontur eingestochen und die Grasnarbe entfernt. Jetzt können die einzelnen Erdschichten abgetragen werden. Beim Aushub werden die einzelnen Gartenteichzonen festgelegt. Arbeiten Sie sich von außen nach innen. Erst entsteht die 10 bis 20 cm tiefe Sumpfzone. Daran schließt sich die 20 – 60 cm tiefe Flachwasserzone an und im letzten Schritt entsteht der 120 bis 150 cm tiefe Tiefwasserbereich. Zwischen den einzelnen Zonen sollte das Gefälle maximal 30° steil sein. Wichtig ist, dass sich die Ränder des Teichs auf einer Ebene befinden. Mittels Wasserwaage und Dachlatte kann das leicht überprüft werden. Das Teichbett muss frei von spitzen Gegenständen wie Steinen, Scherben oder Wurzeln sein. Anderenfalls könnte die Teichfolie beschädigt werden und der Teich wäre undicht. Wenn das Teichbett geprüft wurde, wird eine Schicht Sand aufgebracht. Sie gibt eine Extraportion Schutz. Nun kommt eine Schicht Gartenteichvlies über den Sand. Gartenteichvlies ist ein synthetisches Material, welches sehr widerstandsfähig ist.

Wie groß muss die Teichfolie sein?

Im nächsten Schritt muss die passende Größe der Teichfolie ermittelt werden. Für die Maße gilt: Folienbreite ist gleich Teichbreite plus 2 mal Teichtiefe plus 60 cm Rand. Ähnlich ist es bei der Folienlänge. Sie ist gleich Teichlänge plus 2 mal Teichtiefe plus 60 cm Rand. Mit den Extrazentimetern am Rand kann nachher ein abschließender Uferbereich entstehen.

Die Teichfolie wird nun über den Aushub gezogen. Das klappt am besten ab einer Außentemperatur von 15°C. Dann ist die Folie ziemlich flexibel und das Verlegen wird leichter. Wenn die Folie liegt und nicht spannt, kann überschüssiger Rand abgeschnitten werden. Der restliche Rand wird mit Erde und Steinen festgetreten. Die Tiefwasserzone wird anschließend mit Bodensubstrat sowie Teichkies befüllt. Dann darf das Wasser folgen. Der Teich sollte langsam befüllt werden und bei einem Drittel Füllung sollte erst einmal gestoppt werden.

Jetzt werden die Teichpflanzen in die Tiefwasserzone gesetzt. Steht die Bepflanzung im tiefsten Bereich, kann weiter Wasser eingefüllt und die anderen Zonen bepflanzt werden. Arbeiten Sie sich mit der Bepflanzung von innen nach außen. Je nach Teichart und Inhalt werden schließlich noch Pumpen und Filtersysteme angebracht. Zudem können Spielereien wie ein Bachlauf oder andere dekorative Wasserspiele montiert werden. Der letzte Schritt ist die Gestaltung des Uferbereichs. Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten. Die Grasnarbe kann wieder angebracht werden, Steine und Wurzeln können als Ufer genutzt werden oder es werden Blumenbeete als Uferzone kreiert. Werden die Beete mit Stauden und Gräsern bepflanzt, wirkt der Gartenteich dekorativ und natürlich zugleich. Der Fantasie sind beim Anlegen eines Folienteichs kaum Grenzen gesetzt.